Susanne Ferolla - das Geheimnis der Zuckerschwester

 Eine gesuchte Person in Italien. Ein Familiengeheimnis. Viel gutes Essen und komische Figuren aller Art. Spannungsgeladen, aber leider auch klischeegeladen.





Autorin: Susanne Ferolla

Titel: das Geheimnis der Zuckerschwester

Verlag: dp Digital Publishers

ASIN: B079SZXW3H

Erschienen: 2018

Seiten: 606



Inhalt

Das Geheimnis ihrer Vergangenheit unter der Sonne Neapels

Niemand glaubt Beatrice. Weder, dass die Frau im Spiegel wahrhaftig sie selbst ist, noch dass sie rein gar nichts mit der verschwundenen Tochter eines neapolitanischen Richters, Maria-Stella Mondadori, verbindet – selbst, wenn diese ihr wie aus dem Gesicht geschnitten ähnelt.
Ausgerechnet ihr neuer Freund Tobias wirft Beatrice vor, ein Doppelleben zu führen. Er arbeitet für eine Organisation mit Sitz in London, die für zahlungskräftige Klienten weltweit nach Vermissten sucht. Und er hat Beweise, dass Maria-Stella Mondadori und Beatrice ein und dieselbe Person sind.

Doch warum kann sich Beatrice nicht an ihre Vergangenheit erinnern? Festentschlossen dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, begibt sie sich nach Italien – und die Ereignisse überschlagen sich …



Meine Meinung

Ein Familiengeheimnis, die Sonne Italiens und eine Liebesgeschichte. Klingt vielversprechend und genau nach meinem Geschmack, wenn ich ein "Ferienbuch" suche. Logisch begann ich voller Vorfreude und wurde nicht enttäuscht. Der Klappentext wird schon bald umgesetzt und man wird neugierig, was hinter der gesuchten Person (Beatrice) steckt. Anfangs bekommt man genügend Infos um alle Figuren kennen zu lernen, denn es kommen doch noch einige zusammen im Verlauf der Geschichte, jedoch wird man nicht mir schweren Hintergrundinfos zugeballert. Man wird sofort ins Geschehen gezogen, packt die Koffer unf fliegt nach Italien. 

Dort angekommen, wird man schnell in die Familienverhältnisse in Neapel verwickelt. Schade dabei fand ich lediglich, dass sich die Autorin nach meinem Geschmack zu grosszügig an Stereotypen und klischees bediente. Natürlich flirren Fliegen in der Hitze, die Dörfer sind pitoresk und eine Pizzeria darf irgendwie  nicht fehlen. Besonders was das Essen generell betrifft, merkt man schnell, dass die Autroin aus Erfahrung schreibt. Allerdings fand ich viele italienische Persönlichkeiten dann doch eher Karikaturen, leider. Nicht alle, aber eine gute Hand voll. Der weitere Verlauf der Geschichte blieb dennoch relatisch spannend und nicht vorhersehbar, trotz Klischees. In der Mitte des Buches verliert sich allerdings fast der rote Faden. Es passieren viele Dinge auf einmal und gleichzeitig wirkt die Geschichte langatmig. Der Plot kommt ins stocken und was erst nach einem Exkurs aussieht, kugelt plötzlich aus der Bahn. Es geht noch immer um Beatrice, die gesuchte Person und die italienische Familie, doch die Vernetzungen weichen weit, involvieren viele neue Geschichten und Gesichter und gegen Ende wird das Ganze zugunsten der Action hoch geschraubt. Doch genau diese "Auseinandersetzungen" waren für mich unlogisch und ein Chaos. Zu viele Personen und manchmal stand jemand hier und taucht ganz woanders auf. Natürlich konnte konnte sich die Person in Abwesenheit (während wir über eine andere Person lesen) sich bewegt haben, doch solche Überraschungen wirken verwirrend. 

Was mir mit Abstand am besten gefallen hat, war der Schreibstil. Trotz der vielen Personen, Ortswechsel und Sichtwechsel, flog ich durch die SEiten. Die perfekt eBalance zwischen Beschreibung und dialog sog mich immer wieder in die Geschichte, obwohl mir Verwirrung und oder Unlogik das Weiterlesen eher verbitterten. Viele Reaktionen von Hauptcharakteren, besonders Beatrice, konnte ich nicht nachvollziehen und waren mir suspekt. Gefühlswechsel waren zu abrupt, Charaktereigenenschaften schwammig oder nicht konsequent. 

Die Grundidee, die am Anfang herrrlich Fahrt aufgenommen hat, ist super spannend. Leider hat sie sich vom Adrenalin der Spannung verführen und in eine Sackgasse jagen lassen - meiner Meinung nach. Am Ende war ich zwar unterhalten, doch es blieben mir zu viele Fragen offen. Ein Buch mit grossem Potential, dass sich anders entfaltete als ich es erhofft hatte. 

Wer rasante Krimis in Italien mit sprunghaften Liebespaaren mag und Klischees nicht stören, für den oder die ist dis eine absolute Empfehlung. Für mich leider nur ein drei-Sterne-Buch.


Fazit

3 von 5 Sternen



Autorin




Susanne Ferolla ist studierte Biologin und wurde 1968 in Freiburg im Breisgau geboren. Nach einem kurzen Abstecher nach Oberösterreich lebt sie seit einigen Jahren wieder mit Kind und Kegel in Süddeutschland. Ihre Mutter stammt aus dem Schwarzwald, ihr Vater aus dem Cilento in Süditalien, dessen Küsten und Berge sie wie ihre Westentasche kennt.
Und sie kennt und liebt Neapel … genug Zündstoff für „Das Geheimnis der Zuckerschwester“

Mit dem Schreiben hat die Autorin schon im zarten Alter von zwölf Jahren angefangen. 
Sie spielt gerne mit den Ängsten und Schwächen ihrer Figuren, was ihr in ihrem ersten Fantasy-Roman „Die Wolfselbin“ (2016 bei digital publishers erschienen) gut gelungen ist. Das Leben ist immer für Überraschungen gut, weshalb sie auch der Spannungsliteratur nicht abgeneigt ist.

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